ETF-Rechner Schweiz (Sparplan & Gebühren)
Berechne das Endvermögen deines ETF-Sparplans über die Laufzeit – und sieh, wie stark TER und Ordergebühren die Rendite schmälern. Vergleich „mit Gebühren" gegen „ohne Gebühren".
Wie der ETF-Sparplan-Rechner für die Schweiz funktioniert
Der Rechner oben beantwortet die Kernfrage jedes Schweizer Anlegers: Wie viel wird aus meinem ETF-Sparplan? Du gibst deine monatliche Sparrate in CHF, die Anlagedauer, die erwartete Rendite p. a., die TER des ETF und die Ordergebühr je Ausführung ein. Daraus berechnet das Tool das Endvermögen mit Zinseszins – und stellt „mit Gebühren" direkt dem theoretischen „ohne Gebühren" gegenüber, damit du den Gebühren-Effekt in Franken siehst. Die Einzahlung erfolgt am Monatsanfang, danach läuft ein Monat Wachstum: So entsteht der typische Sparplan-Verlauf, bei dem der grösste Teil des Endvermögens erst in den letzten Jahren entsteht.
Der Rechner ist ein Modell mit konstanter Rendite. Reale Märkte schwanken – ein breiter Welt-Aktien-ETF (MSCI World / FTSE All-World) lieferte historisch grob 6–7 % p. a. nominal, aber mit zwischenzeitlichen Rückschlägen von 30–50 %. Wer realistisch rechnet, nimmt eher 5–6 % an und zieht für die Realrendite noch die Teuerung ab (in der Schweiz langfristig rund 1–2 % pro Jahr).
Diese Kosten nagen am ETF-Sparplan
In der Schweiz fallen bei einem ETF-Sparplan mehrere Kostenarten an. Manche zahlst du sichtbar bei jeder Ausführung, andere werden still im Fonds verrechnet. Die folgende Übersicht zeigt typische Grössenordnungen (Beispielwerte):
| Kostenart | Typische Höhe (CH) | Wann fällig |
|---|---|---|
| TER (Gesamtkostenquote) | 0,05 – 0,25 % p. a. | laufend, im Kurs verrechnet |
| Ordergebühr / Courtage | CHF 0 – 0,50 % je Kauf | bei jeder Sparplan-Ausführung |
| Stempelsteuer (CH-ISIN) | 0,075 % | Kauf und Verkauf |
| Stempelsteuer (ausländische ISIN) | 0,15 % | Kauf und Verkauf |
| Depotgebühr | CHF 0 – 0,20 % p. a. | jährlich (je nach Broker) |
| Währungskosten (FX) | 0 – 1 % | bei Kauf in Fremdwährung |
Die TER (Total Expense Ratio) ist die jährliche Gesamtkostenquote des ETF. Sie wird nie separat in Rechnung gestellt, sondern direkt vom Fondsvermögen abgezogen – und mindert damit still auch deinen Zinseszins. Die Ordergebühr (Courtage) zahlst du sichtbar pro Kauf; viele Schweizer Neobroker bieten heute Gratis-ETF-Sparpläne an. Die Stempelsteuer (Umsatzabgabe) erhebt der Bund bei jedem Kauf und Verkauf über einen inländischen Effektenhändler: 0,075 % bei Schweizer ISIN (CH…), 0,15 % bei ausländischer ISIN. Bei kleinen Sparraten fällt ein fixer Frankenbetrag stärker ins Gewicht als ein Prozentsatz – bei grossen Raten ist es umgekehrt. Spiel die Werte oben durch und vergleiche.
Rechenbeispiel: 500 CHF im Monat über 25 Jahre
Ein vollständig durchgerechnetes Beispiel zeigt, wie stark schon kleine Kostenunterschiede wirken. Annahmen: monatliche Sparrate CHF 500, Laufzeit 25 Jahre (300 Monate), erwartete Bruttorendite 6 % p. a., TER 0,20 % p. a., Sparplan auf einen ausländischen Welt-ETF (Stempelsteuer 0,15 %):
| Eingezahlt (300 × CHF 500) | CHF 150'000 |
| Endvermögen ohne Gebühren (6 % brutto) | CHF 339'800 |
| Endvermögen mit TER (netto 5,8 %) | CHF 330'000 |
| TER-Effekt über 25 Jahre | − CHF 9'760 |
| Stempelsteuer total (0,15 % je Kauf) | − CHF 225 |
| Gewinn (netto, vor Steuern) | CHF 180'000 |
Allein die laufende TER von 0,20 % kostet hier rund CHF 9'760 Endvermögen – obwohl sie auf dem Papier winzig wirkt. Noch deutlicher zeigt sich der Hebel bei der Gesamtkostenquote: Würde dein Depot statt netto 6 % nur 5 % p. a. erwirtschaften (1 Prozentpunkt mehr Kosten oder weniger Rendite), schrumpft das Endvermögen von CHF 339'800 auf rund CHF 294'100 – ein Unterschied von etwa CHF 45'700. Günstige Konditionen wirken über die Zeit also wie eine Zusatzrendite. Wer Schritt für Schritt versteht, woher dieses Wachstum kommt, schaut sich den Zinseszinsrechner und den Sparrechner an; die reine Prozentrendite eines Investments prüfst du mit dem Rendite-Rechner.
ETF und Steuern in der Schweiz
Für die Nettorendite sind in der Schweiz drei steuerliche Punkte entscheidend – und genau hier liegt der grosse Unterschied zu Sparplänen im Ausland:
| Steuer | Behandlung für Privatanleger |
|---|---|
| Kursgewinn (Wertsteigerung) | steuerfrei (privates Vermögen) |
| Dividenden / Zinserträge | einkommenssteuerpflichtig – auch bei thesaurierenden ETF |
| ETF-Bestand am 31.12. | Vermögenssteuer (kantonal) |
| Verrechnungssteuer (CH-Fonds) | 35 %, via Steuererklärung rückforderbar |
| US-Quellensteuer | 15 %, via Formular DA-1 anrechenbar |
Der Kursgewinn eines ETF ist für Privatanleger in der Schweiz steuerfrei – ein grosser Vorteil. Der Ertrag (Dividenden, Zinsen) unterliegt dagegen der Einkommenssteuer, und zwar unabhängig davon, ob der ETF ausschüttend auszahlt oder thesaurierend reinvestiert. Steuerlich macht das keinen Unterschied; du musst die reinvestierten Erträge eines Thesaurierers genauso deklarieren. Den ETF-Bestand versteuerst du zusätzlich über die Vermögenssteuer.
Bei schweizerisch domizilierten Fonds wird auf Ausschüttungen die Verrechnungssteuer von 35 % abgezogen, die du dir über die Steuererklärung zurückholst. Ausländisch domizilierte ETF (typischerweise Irland oder Luxemburg) zahlen ohne diesen Abzug aus – können aber die Verrechnungssteuer auf enthaltene Schweizer Dividenden nicht zurückfordern, was bei Schweizer Aktien zu einer Minderrendite von bis zu rund 1 % p. a. führen kann. Für einen breiten Welt-ETF spielt dieser Effekt kaum eine Rolle; für einen reinen Schweiz-ETF (SPI) ist ein Schweizer Domizil tendenziell steuereffizienter. Die Netto-Dividende nach Verrechnungssteuer kannst du separat berechnen.
Sparplan im Wertschriftendepot oder in der Säule 3a?
Wer steueroptimiert vorsorgen will, prüft zusätzlich einen ETF-Sparplan in der Säule 3a: Einzahlungen sind bis zum Maximalbetrag vom steuerbaren Einkommen abziehbar, und Erträge sind bis zur Auszahlung steuerfrei. Dafür ist das Kapital bis kurz vor der Pensionierung gebunden. Ein freies Wertschriftendepot bleibt jederzeit verfügbar, profitiert vom steuerfreien Kursgewinn, kostet aber Einkommens- und Vermögenssteuer auf Erträge bzw. Bestand. Viele kombinieren beides: zuerst die Säule 3a ausschöpfen, danach im freien Depot weitersparen.
Für die Phase nach dem Sparen – also das geordnete Entsparen im Ruhestand – hilft der Entnahmeplan-Rechner. Und weil beim Kauf jedes Wertpapiers die Stempelsteuer (Umsatzabgabe) anfällt, lohnt sich auch dort ein kurzer Blick, bevor du grössere Beträge bewegst.
Modellrechnung mit konstanter Rendite; reale Marktrenditen schwanken und sind nicht garantiert. Steuerwerte entsprechen dem Stand 2026 und können je nach Kanton und persönlicher Situation abweichen. Alle Angaben ohne Gewähr – dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung.
Häufige Fragen
Werden thesaurierende und ausschüttende ETF in der Schweiz gleich besteuert?
Ja. Für Schweizer Privatanleger sind die Dividenden- und Zinserträge eines ETF einkommenssteuerpflichtig – unabhängig davon, ob der ETF ausschüttet oder die Erträge thesaurierend reinvestiert. Du musst die reinvestierten Erträge eines Thesaurierers genauso in der Steuererklärung deklarieren. Der Kursgewinn selbst ist in beiden Fällen steuerfrei.
Sind Kursgewinne aus ETF in der Schweiz steuerfrei?
Für Privatanleger ja: Wertsteigerungen (Kursgewinne) auf ETF im Privatvermögen sind in der Schweiz steuerfrei. Steuerpflichtig sind nur die laufenden Erträge (Dividenden, Zinsen) über die Einkommenssteuer und der ETF-Bestand über die Vermögenssteuer. Verluste lassen sich umgekehrt aber auch nicht abziehen.
Wie viel Stempelsteuer kostet ein ETF-Kauf in der Schweiz?
Die Umsatzabgabe (Stempelsteuer) beträgt 0,075 % bei einem ETF mit Schweizer ISIN (CH…) und 0,15 % bei ausländischer ISIN – jeweils auf Kauf und Verkauf, sofern der Handel über einen inländischen Effektenhändler läuft. Bei einer Sparrate von CHF 500 sind das pro Kauf rund 38 bis 75 Rappen.
Soll ich einen ETF-Sparplan im Depot oder in der Säule 3a machen?
Beides hat Vorteile. In der Säule 3a sind die Einzahlungen bis zum Maximalbetrag vom steuerbaren Einkommen abziehbar und die Erträge bis zur Auszahlung steuerfrei – dafür ist das Kapital bis kurz vor der Pensionierung gebunden. Ein freies Wertschriftendepot bleibt jederzeit verfügbar und profitiert vom steuerfreien Kursgewinn, kostet aber Einkommens- und Vermögenssteuer auf Erträge und Bestand. Häufig sinnvoll: zuerst die Säule 3a ausschöpfen, dann im freien Depot weitersparen.
Welche Rendite soll ich im ETF-Sparplan-Rechner annehmen?
Für einen breit gestreuten Welt-Aktien-ETF (MSCI World oder FTSE All-World) wird langfristig oft mit 6–7 % p. a. nominal gerechnet. Realistisch und vorsichtig kalkulierst du eher mit 5–6 %. Für die Realrendite ziehst du zusätzlich die Teuerung ab, die in der Schweiz langfristig grob bei 1–2 % pro Jahr lag. Die tatsächliche Marktrendite schwankt stark und ist nicht garantiert.
Lohnt sich eine Einmaleinlage oder ein monatlicher Sparplan mehr?
Statistisch bringt eine sofortige Einmalanlage über lange Zeiträume meist etwas mehr, weil das Geld länger investiert ist und Zinseszins wirkt. Der monatliche Sparplan glättet dagegen den Einstiegszeitpunkt (Cost-Average-Effekt) und passt zum laufenden Sparen aus dem Einkommen. Du kannst beide Szenarien im Rechner durchspielen, indem du Sparrate und Laufzeit variierst.
Wie viel wird aus einem ETF-Sparplan?
Das Endvermögen ergibt sich aus deiner monatlichen Sparrate, der Laufzeit und der erwarteten Rendite – dank Zinseszins wächst es überproportional. Beispiel: 500 Franken im Monat über 20 Jahre bei 6 % Rendite ergeben rund 230’000 Franken, bei eingezahlten 120’000 Franken. Gebühren schmälern dieses Ergebnis.
Welche Gebühren fallen bei einem ETF-Sparplan an?
Zwei Hauptkosten: die Ordergebühr (Courtage) bei jeder Sparplan-Ausführung – entweder ein Fixbetrag oder ein Prozentsatz der Kaufsumme – und die TER (Gesamtkostenquote) des ETF, die laufend vom Fondsvermögen abgezogen wird. Dazu können Depotgebühren und Währungskosten kommen.
Was ist die TER?
Die Total Expense Ratio (TER) ist die jährliche Gesamtkostenquote eines ETF, in Prozent des angelegten Kapitals. Breite Index-ETF liegen oft zwischen 0,05 % und 0,25 % pro Jahr. Sie wird nicht separat in Rechnung gestellt, sondern direkt im Kurs des ETF verrechnet – mindert also still die Rendite.
Wie stark schmälern Gebühren die Rendite?
Über lange Zeiträume erheblich, weil die Kosten auch den Zinseszins schmälern. Schon ein Unterschied von 1 Prozentpunkt bei den jährlichen Kosten kann über 20–30 Jahre Zehntausende Franken ausmachen. Der Rechner oben zeigt dir die Differenz zwischen „mit" und „ohne Gebühren" konkret.